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Brauche ich heute überhaupt noch ein Motivationsschreiben?

Viele Bewerberinnen und Bewerber fragen sich, ob ein Motivationsschreiben heute noch notwendig ist. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Während viele Unternehmen darauf verzichten, kann ein individuelles Motivationsschreiben, insbesondere im öffentlichen Dienst, einen echten Mehrwert bieten. Es erklärt Ihre Motivation und zeigt, warum Sie sich gerade für diese Stelle interessieren. Diese Informationen lassen sich aus einem Lebenslauf meist nicht erkennen.

 

Wann lohnt sich ein Motivationsschreiben?

Ein Anschreiben ist besonders sinnvoll, wenn Sie

  • erstmals in den öffentlichen Dienst wechseln,
  • bisher überwiegend in der Privatwirtschaft tätig waren,
  • Ihren beruflichen Werdegang näher erklären möchten oder
  • in der Ausschreibung ausdrücklich dazu aufgefordert werden.

Der Einstieg entscheidet

Verzichten Sie auf Floskeln wie:

"Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen..."

Schreiben Sie stattdessen, wo Sie die Ausschreibung entdeckt haben, beispielsweise auf der Homepage des Gemeinde-Servicezentrums, und warum Sie genau diese Stelle anspricht. Ein persönlicher Einstieg wirkt glaubwürdiger und zeigt, dass Sie sich mit der Ausschreibung beschäftigt haben.

Passen Sie Ihr Schreiben an die Gemeinde an

Ein häufiger Fehler ist die Verwendung allgemeiner Vorlagen. Formulierungen wie „Ich möchte in Ihrem Unternehmen tätig werden“ passen bei Gemeinden nicht und vermitteln den Eindruck, dass das Schreiben kaum angepasst wurde.

Verwenden Sie stattdessen Begriffe wie Gemeinde, Gemeindeverwaltung, Gemeindeverband oder den konkreten Namen der ausschreibenden Organisation.

Die richtige Anrede

Ist eine Ansprechperson genannt, sollte diese direkt angesprochen werden. Bei Gemeinden ist dies häufig die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister.

Sind Sie unsicher, ist „Sehr geehrte Damen und Herren,“ die bessere Wahl als eine fehlerhafte persönliche Anrede.

Rechtschreibung zählt

Tipp- und Rechtschreibfehler fallen sofort auf. Lassen Sie Ihr Motivationsschreiben daher möglichst von einer zweiten Person Korrektur lesen. Kontrollieren Sie besonders sorgfältig Namen, Funktionen und die Bezeichnung der ausgeschriebenen Stelle.

Weniger Floskeln – mehr Persönlichkeit

Aussagen wie „Ich bin teamfähig und belastbar“ überzeugen selten. Zeigen Sie stattdessen anhand eines kurzen Beispiels, wie Sie diese Eigenschaften bereits im Berufsalltag unter Beweis gestellt haben.

Auch KI kann beim Formulieren unterstützen – der Inhalt sollte jedoch Ihre persönliche Motivation widerspiegeln.

Fazit

Ein Motivationsschreiben ist heute nicht immer erforderlich. Wenn es individuell formuliert ist, einen persönlichen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herstellt und fehlerfrei verfasst wurde, kann es Ihrer Bewerbung jedoch einen entscheidenden Vorteil verschaffen.